Die App – Schlüssel zur Viralität

Die App im modernen Marketing-Mix

Die Nachricht, die wie ein Virus von Kopf zu Kopf wandert, sich dabei millionenfach repliziert und die Ansichten und Entscheidungen der Menschen beeinflusst, ist der Traum eines jeden werbetreibenden Unternehmers.

Storyboard einer Smartphone App

Storyboard einer Smartphone App

Kommen Internet und Soziale Netzwerke ins Spiel, scheint das ideale Trägermedium bereits gefunden. Dienste wie Facebook und Twitter bauen konzeptionell auf Viralität. Dort lässt sich zusätzliche Viralität in Form von Promotionen sogar buchen. Auch ein neuer Begriff will gelernt sein: Die virale Nachricht heißt nun „Meme“. Dann scheint ja alles klar, programmier- und abrufbar. Oder nicht?

Jeder, der sich daran versucht hat, sein eigenes Meme auf den Weg zu schicken wird bemerkt haben, dass das Rezept nicht vollständig ist. Eine interessante Nachricht und die technischen Voraussetzungen reichen nur selten aus. Also wieder einen Schritt zurück: Was ist "Viralität" und wie lässt sie sich fördern? Es gibt ein treffendes, altes Wort, welches uns auf die richtige Fährte setzt: Viralität ist Mundpropaganda. Und die ist getrieben vom Mitteilungsdrang und abhängig von der Bereitschaft der Aufnahme.

Viele Wege führen nach Rom und oft müssen alle Tore der Stadt belagert werden, um zum Ziel zu gelangen. Ein bewährtes Hausmittel für die Befeuerung von Mundpropaganda und gleichzeitig ihre unabdingbare Grundlage ist die Kundenzufriedenheit. Denn wenn der Kern einer Werbeaussage zur Empfehlung eines Freundes wird, ist die Aufmerksamkeit und das Vertrauen des Rezipienten garantiert.

Alter Tobak, stöhnt es nun. Werden wir konkreter: Ein modernes Werkzeug für eine erhöhte Kundenzufriedenheit ist heute die App für Smartphones und Tablets. Unsere Welt verändert sich. Heute ist Mobilität der stärkste Triebfaktor der Menschen. Informationen und Lösungen für den Alltag müssen jederzeit schnell und verlässlich abrufbar sein. Der Siegeszug des Smartphones und Tablets ist verbrieft, es sind die vom Konsumenten gewählten Navigatoren durch die komplizierter werdende Welt. Neben vielen anderen Anwendungen werden diese Geräte zunehmend für Meinungsbildung und Kaufentscheidung benutzt.

Was muss die perfekte App für ein Unternehmen leisten?

Wir haben hier einige wichtige Aspekte zusammengestellt:

  1. Ein echter Mehrwert muss her. Die klassische Marketing-App (eine Erfindung der Werbeindustrie) gibt stoisch Inhalte wieder, mit denen am Ende des letzten Jahrtausends schon schlechte Webseiten gefüllt wurden. Das Problem: Sie interessieren niemanden und bringen keinen Nutzen für den Anwender. Die Inhalte solcher Apps gehören in Adress- oder Notizbücher, dafür bekommt das Unternehmen keinen der heiß begehrten Homescreenplätze auf den Mobilgeräten. Die entscheidende Mehrwertfunktion muss direkt mit den Produkten oder Dienstleistungen verbunden sein.

  2. Finger weg von den Web-Apps! Sie sind wenig sexy und was nicht gut aussieht und sich nicht gut anfühlt, fliegt schnell vom Gerät des Nutzers. Auch wenn viele (Pseudo-)Entwickler aus ihren Kenntnissen heraus das Gegenteil propagieren, Web-Apps sind qualitativ minderwertig. Eine Wahrheit mit tiefgehenden Konsequenzen, die Facebook Ende 2012 unter großen Anstrengungen korrigieren musste. Wer mehr erfahren will, liest die Stellungnahme von Mark Zuckerberg "Unser größter Fehler war zu sehr auf HTML5 zu setzen".

  3. Weniger ist mehr! Folge dem Grundgedanken der App-Welt: Eine App ist keine eierlegende Wollmilchsau. Sie ist immer vertikal und löst ein bestimmtes Problem perfekt. Nur dann ist eine App eine gute App und wird wiederholt vom Anwender konsultiert.

  4. Die Usability und die grafische Attraktivität sind immens wichtig. App-Projekte benötigen erfahrene Usability-Experten und kreative Köpfe, die Standardelemente perfekt mit ausgefallenem und einzigartigen Design verbinden. Wenn es zum Thema passt, darf es auch immer ein bisschen „gamificated“ sein. Menschen lieben es zu spielen, unabhängig von Alter und Bildung. Es muss aber zur Zielgruppe und zum Unternehmen passen.

  5. Noch ein heißer Tipp für den Einzelhandel: iOS 7 von Apple bringt eine neue Technik namens iBeacon mit. Damit lassen sich ortsbasierend sehr detaillierte Informationen vermitteln. So werden zum Beispiel Kunden auf ein besonderes Angebot aufmerksam gemacht, oder direkt zum PoS ihrer Interessen geführt. Apple setzt diese Technik bereits in den eigenen Stores ein, andere folgen. Auch hier ein interessanter Artikel zum Thema.

Die App als Keim der viralen Kommunikation, getragen von der Zufriedenheit Ihrer Bestandskunden ... was denken Sie? Bitte benutzen Sie den Kommentarbereich oder lesen Sie mehr.

Über den Autor: P. Marcel Uetzels ist Gründer der infovole GmbH und technischer Geschäftsführer der auf Native Advertising spezialisierten echoboxx Verlagsgesellschaft. Er wirkt seit 25 Jahren als IT-Spezialist und lieferte in den vergangenen zwei Jahren mehr als 2 Mio. App-Downloads aus. Die infovole GmbH ist eine der erfogreichsten unabhängigen deutschen App-Schmieden.

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